W Wir wollen unsere wunderbaren Landschaften und wertvollen Lebensgrundlagen erhalten, Ressourcen schonen und die Umwelt schützen. Deshalb wird an den Hochschulen intensiv an bahnbrechenden, digital optimierten Produktionsprozessen gearbeitet, in Landwirtschaft, Energieproduktion, Handwerk, Industrie. Die Projekte umfassen ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft, innovationsgetriebenen Klimaschutz und intelligente Klimawandel-Anpassung. Mit weltweit führenden, praxisnahen Lösungen wird der rücksichtsvolle Umgang mit Mensch, Tier und Natur in unserer Volkswirtschaft vorangebracht. 

Die ökologische Systemintelligenz des 21. Jahrhunderts geht von den praxisnahen, angewandten Wissenschaften aus. Die Hochschulen bilden die dringend benötigten Fachkräfte für die boomende Bioökonomie aus. Sie lehren und forschen in hoch attraktiven Studienfächern wie „Klimawandelmanagement“, „klimaneutrale Energiesysteme“, „Umwelttechnologie“, „Biotechnologie“, „Bioprozessinformatik“, „Biobasierte Materialien“ oder „Agribusiness“. Die angewandten Lebenswissenschaften sind Pioniere für gelebte Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Biodiversität zum Wohle aller.

Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Letzte Meile der Paketzustellung

Die COVID-19-Pandemie hat dem Online-Handel einen Boom beschert. Entsprechend ist auch das Paketvolumen in Deutschland stark angestiegen: So gab es im Jahr 2020 ein Sendungswachstum von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Was das für unsere Umwelt bedeutet, wollte Magdalena Reininger, die an der OTH Regensburg Betriebswirtschaft studierte, dann doch genauer wissen. Für ihre Bachelorarbeit zum Thema „Letzte Meile – Umweltfreundlichkeit innovativer Zustellkonzepte und Bewertung aus Konsumentensicht“ entwickelte sie einen Fragebogen, den sie per Facebook, WhatsApp und Instagram versendet hat. Die Ergebnisse bergen die ein oder andere Überraschung. So wurden beispielsweise herkömmliche Dieselfahrzeuge als besonders umweltschädlich eingeschätzt. Im Vergleich mit anderen Methoden nimmt das Dieselfahrzeug aber immerhin eine mittlere Position bei den tatsächlichen Emissionen ein“, sagt Magdalena Reininger. „Man sieht, dass sich Konsumenten schwertun, die Umweltfreundlichkeit unterschiedlicher Verfahren auf der letzten Meile der Paket-Zustellung richtig einzuschätzen“, ergänzt Prof. Dr. Christian Dach, Professor für Vertriebsmanagement und -logistik an der Fakultät Betriebswirtschaft.
(Foto: OTH Regensburg/Tanja Rexhepaj)

Technische Hochschule Nürnberg
Biologisch abbaubares Plastik

Kunststoffe finden sich in allen Lebensbereichen. Für die Herstellung verbraucht die Industrie wertvolle Ressourcen wie Erdöl. Besonders problematisch ist die Verwendung von Kunststoffen für Verpackungen mit einmaliger Nutzung. Der Plastikmüll landet oft in der Umwelt. Ein Resultat daraus ist die größte Müllinsel im Pazifik, die 80.000 Tonnen Plastik umfasst und mit 1,6 Millionen Quadratkilometern mehr als viermal so groß wie Deutschland ist. Das Folgenschwere daran ist, das beispielsweise PET-Flaschen rund 450 Jahre brauchen, bis sie im Wasser zerfallen und als Mikroplastik auf den Meeresgrund sinken. Prof. Dr. Stephanie Stute von der Fakultät Verfahrenstechnik der TH Nürnberg forscht an biobasiert hergestellten Kunststoffen, die biologisch abbaubar sind. In ihrem Projekt „Biobasierte Herstellung des biologisch abbaubaren Bio-Kunststoffes Polybuttersäure“ entwickelt sie ein kontinuierliches und damit wirtschaftlicheres Herstellungsverfahren für den Bio-Kunststoff Polybuttersäure.
(Foto: Oliver Kussinger)

Technische Hochschule Nürnberg
Grüne Fassade zur Energiegewinnung

Photovoltaikanlagen spielen eine zentrale Rolle bei der Energiewende – doch gerade in Städten fehlt oft der Platz auf den Dächern. In seinem Projekt „GreenPV“ forscht Prof. Dr.-Ing. Roland Krippner von der Fakultät Architektur der TH Nürnberg deshalb an einer Fassadenlösung, die Photovoltaikanlagen und Pflanzen kombiniert. Bei den meisten Photovoltaikanlagen nimmt die Effizienz der Photovoltaik ab einer Temperatur von 25 Grad Celsius kontinuierlich ab. Um eine höhere Effizienz zu erreichen, benötigt die Anlage eine Kühlung. Bei Photovoltaikanlagen an Häuserfassaden kann dies durch den Einsatz von Pflanzen erreicht werden. Vor der Fassade wird eine Begrünung angeordnet und bildet eine Art ‚grüne Pufferzone‘, die sowohl zur Kühlung des Gebäudes als auch der Photovoltaikanlage beiträgt. Über der Fassadenbegrünung wird dann die Photovoltaikanlage angebracht. Die Begrünung dient dabei nicht nur der Kühlung, sondern nimmt auch Kohlendioxid auf, reduziert die Schallbelastungen und steigert die Aufenthaltsqualität in Städten.
(Foto: Roland Krippner)

Hochschule Coburg
Technologie der Zukunft: 3D-Druck und Leichtbau

„Es geht um technologische Entwicklungen, die uns helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern“, so beschreibt Prof. Dr. Alexander Rost den neuen Masterstudiengang „Additive Manufacturing and Lightweight Design“ an der Hochschule Coburg. Mit 3D-Druck und Leichtbau können beispielsweise Originalteile in Fahrzeugen, die bisher aus Stahl und Blech gefertigt wurden, aus Kunststoff hergestellt werden. Dies ist kostengünstiger und spart darüber hinaus noch Energie, weil die Fahrzeuge wesentlich leichter sind. Der 3D-Druck ist somit eine der Technologien der Zukunft. In der Kombination mit Leichtbau und neuen Werkstoffen kann so zu einem schonenderen Umgang mit der Umwelt beigetragen werden. Die sich daraus ergebenden Fragestellungen sind international und ein Teil des Studiums wird auf Englisch stattfinden. Die Lehre ist praxisorientiert und projektzentriert, aber auch die Grundlagenvermittlung kommt nicht zu kurz. Eine bestmögliche Ausbildung, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
(Foto: Natalie Schalk/Hochschule Coburg)

Hochschule Coburg
Energielandschaft der Zukunft

Kohle, Öl, Gas: Fossile Brennstoffe sind Hauptursache der globalen Erderwärmung. Und sie sind teuer geworden. Die Art der Energiegewinnung muss sich grundlegend ändern. Die Energielandschaft der Zukunft wird dezentral sein! Windenergie, Photovoltaik, Geothermie und Wasserkraft leisten hier einen Beitrag. Doch wie können all diese kleinen dezentralen Versorgungseinheiten intelligent und smart miteinander vernetzt werden? Wie können die Netze stabilisiert oder wie die Energie zwischengespeichert werden? Zur Beantwortung all dieser Fragen werden motivierte und gut ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure dringend gebraucht. Nur Sie können den Energiewandel auch technisch gestalten An der Hochschule Coburg stehen im Bachelorstudiengang „Energietechnik und Erneuerbare Energien“ genau diese Themen im Mittelpunkt. Professor Dr. Bernd Hüttl, der insbesondere im Bereich Photovoltaik lehrt und forscht ist der Meinung: „Es gibt natürlich junge Leute, die auf die Straße gehen und den Wandel fordern und zum Beispiel Politikwissenschaft studieren. Aber es gibt auch diejenigen, die sagen: Wenn die Probleme technisch sind, muss ich da ansetzen. Die sind bei uns an der Hochschule genau richtig.“
(Foto: Natalie Schalk / Hochschule Coburg)

Hochschule München
MOBEKO

In Zeiten der Energiewende wird der Ausbau der Windenergie vorangetrieben. Der Bau von Windkraftanlagen stellt allerdings immense Herausforderungen an die Haltbarkeit und die Lebensdauer der notwendigen Stahlkonstruktionen, da sie unter anderem durch starke Winde oder große Lasten beansprucht werden. Dies führt zur Werkstoffermüdung und somit zu Rissen und Brüchen insbesondere an deren Schweißnähten. Das Forschungsprojekt MOBEKO hat das Ziel, die Lebensdauer von Bauwerken zu verlängern und Konstruktionen ressourcenschonender zu erstellen. Das Forschungsteam um Prof. Dr. Imke Engelhardt, Leiterin des Labors für Stahl- und Leichtmetallbau, und Richard Schiller vom Institut für Material- und Bauforschung der Hochschule München entwickeln hierfür ein Modell u.a. zur realitätsnahen Abschätzung der Lebensdauer von Schweißnähten.
(Foto: Johanna Weber)

Institut Biopolymere Hochschule Hof